australiaman
studieren in australien - meine eindrücke

PORTAL
AUSTRALIEN

das land australien
studium in australien

meine unterkunft
impressum

 


Der Kurs "Academic English for international students" - Der Unterricht
in diesem Kurs erinnert schon an die gute alte Schulzeit

Es ist allgemein bekannt, dass Studieren im Ausland eine hilfreiche Erfahrung im späteren Berufsleben ist. Das, was aber vielen nicht klar ist, ist die Antwort auf die Fragen: Wie kriege ich das mit dem Auslandsstudium hin? Was muss ich beachten? Welche Uni soll ich nehmen?

Da guter Rat in der Regel teuer ist und man am Ende eine Entscheidung treffen muss, mit der man zufrieden sein will, gehört es sich für einen guten Studenten, erst einmal eine ganze Reihe von Informationen einzusammeln, bevor die ersten Schritte für die Reisevorbereitungen überhaupt erst einmal beginnen können. Ich möchte hier ein wenig darüber schreiben, was ich zum Thema Auslandsstudium gelernt habe.

Die Grundentscheidung

In meinem Fall wollte ich nur für ein Semester ins Ausland jetten, dort einige Kurse machen und diese mir dann zuhause als Studienleistungen anerkennen lassen. Was einfach klingt, ist mit einer Reihe von Problemen verbunden. Das wohl wichtigste ist die Prüfungsordnung, mit der jede Anerkennung steht und fällt: In der Regel müssen gewisse Formalien eingehalten werden, wie zum Beispiel, dass nur Kurse anerkannt werden können, die im Ausland so genannte "Letztjahreskurse" sind (Kurse aus dem dritten Studienjahr). Als ich mich mit der Prüfungsordnung und mit meinen Optionen beschäftigt habe, bin ich allerdings schnell zu dem Schluss gekommen, dass sich die Bürokratie und die Anerkennungsphilosophie meiner Universität mit meinen Plänen, das zu studieren, was meiner Meinung nach für meine Studienpläne sinnvoll ist, leider nicht ganz verträgt. Das lag vor allem auch daran, dass die Studiumsstruktur hier in Deutschland nicht mit der im fernen Ausland übereinstimmt. Aus diesen Erfahrungen, ergibt sich folgendes für den Auslandsstudenten: Wenn dir eine Anerkennung deiner Auslandsleistungen wichtig ist, mache Gebrauch von den Partner-Angeboten deiner Uni. Rechne aber mit Ausschlussfristen. Lange Planungszeiten sind zu beachten. Platz für Spontanentschlossene gibt es hier nicht.

Wer allerdings Fristen versäumt oder sich von den Entscheidungsmöglichkeiten der Uni nicht einschränken lassen möchte, kann auch auf eigene Faust planen. Hilfe kann man von vielerlei Stellen bekommen: Entweder hilft das Auslandsbüro in der Uni oder aber eine spezielle Vermittlungsstelle für Auslandsstudenten. In meinem Fall hat mit IEC Online weitergeholfen (www.ieconline.net).

Keiner sollte sich wegen langen bürokratischen Papierkriegen von einem Auslandsstudium abhalten. Das Ziel eines Auslandsstudium ist auch nicht dann verfehlt, wenn man seine Studienleistungen nicht angerechnet bekommt. Der Fokus sollte auf Sprache und neue Erfahrungen mit Land und Leute liegen. Das Wissen, das man sich so aneignet ist für die zukünftige Karriere wichtiger als das Bestehen eines Faches, dessen Inhalt man ohnehin in einem halben Jahr wieder vergessen hat.  

Entscheidungen

Eine wichtige Frage für mich war: In welches Land soll ich gehen und nach welchen Kriterien suche ich meine Uni aus?
Das Land stand für mich schnell fest. Ich habe Australien ausgesucht, weil ich ein englischsprachiges Land besuchen wollte (und ich England und die USA schon kannte). Außerdem ist Australien ein äußerst attraktives Land, landschaftlich schön, warm und sicher. Doch nach welchen Kriterien sollte ich die Uni aussuchen?
Die Entscheidung für Newcastle war am Ende eine Bauchentscheidung. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir die Kursangebote nicht wirklich intensiv geprüft. Der Grund dafür war, dass die Angebote der Unis mehr oder weniger gleich waren und man das Risiko, einen schlechten Professor zu bekommen, nicht eliminieren konnte. Aus diesem Grund stand ich vor einer Entscheidung, die ich nicht länger nach universitären Gesichtspunkten treffen konnte. Daher entschied ich mich nach der Lage der Universität: Da ich in Frankfurt studiere, kam für mich eine Universität in Sydney oder Melbourne nicht in Frage. Ich wollte raus aus dem Massenrummel. Allerdings wollte ich auch nichts zu Kleines. Für Newcastle sprach einiges: Es ist eine nicht zu große Arbeiterstadt, liegt am Meer (und hat auch einige schöne Strände) und ist nur drei Stunden von Sydney entfernt. Außerdem war mir die Broschüre für Auslandsstudiengänge an der University of Newcastle sympathisch. Es ließ ein Interesse am Studenten durchblicken. Somit wurde Newcastle meine erste Wahl.

Es besteht immer ein Risiko, eine Universität zu wählen, die man nicht einfach einmal besuchen kann, weil sie so weit weg von der Heimat ist. Ich rate hier, einfach mutig zu sein und sich von der Intuition leiten zu lassen, wenn eine rationale Entscheidungsfindung nicht gemacht werden kann.

University of Newcastle

Ein paar Worte zu meiner Universität in Newcastle. Ich hatte wirklich ein glückliches Händchen bei meiner Wahl. Der Campus war ein riesiges in sich geschlossenes Gebiet inmitten einer schönen Naturlandschaft.


Auf dem Campus: Der Weg von den Studentenwohnungen
zu den Hörsälen.

So optisch schön die Landschaft war, so gut war auch die Organisation der Uni. Zu Beginn des Semesters bekamen alle internationalen Studenten in einer Orientierungswoche einen guten Überblick über die Uni und seine Einrichtungen und Möglichkeiten. Für die Studenten aus Übersee wurden Trips zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Nähe organisiert, so dass die Kontaktaufnahme zu neuen Leuten erleichtert wurde. Als dann endlich die erste Vorlesung begann, kannte ich mich schon aus, hatte bereits einige Freundschaften geschlossen und der noch notwendig gewesene Papierkram war auch erledigt. Einen besseren Einstieg hätte es nicht geben können.
Vor Ort  hatte ich auch dann noch Gelegenheit gehabt, meine Kurswahl zu überdenken. Anstatt einen vierten BWL-Kurs zu nehmen, habe ich mich stattdessen dazu entschlossen, einen speziellen Englisch-Kurs zu nehmen mit dem Titel "Academic English for international students". Diese Entscheidung habe ich nicht bereut. Obwohl mein Englisch bereits gut war, konnte ich in diesem Kurs meinen akademischen Schreibstil schleifen. Außerdem war mir der Kurs auch eine große Hilfe beim Schreiben von einigen Aufsätzen auf englisch. Auch wenn ich mir diesen Kurs auf keinen Fall zuhause anrechnen kann, war er mir eine große Hilfe.


Präsentationen waren von jedem Studenten
(oftmals in Gruppenarbeit) in jedem Kurs gefordert

Der Lehrstil in Australien unterscheidet sich grundlegend von dem, was ich bislang in Frankfurt kennen gelernt habe. Anstatt dass alles von einer Klausur am Ende des Jahres abhängt, verteilt sich die Abschlussnote auf Aufsätze, Präsentationen, Kurztests und eine Abschlussprüfung. Dieses System ist mir persönlich sehr sympathisch gewesen, vor allem weil so für mich das Wort Studieren eine ganz neue Bedeutung bekommen hat: Recherche war gefragt, anstatt nur monotones Auswendiglernen aus Buchseiten. Eigene Gedanken und Initiativen waren gefordert. Nach drei Semestern BWL-Mathematik und Kurvenverschiebung mit fraglicher Praxisrelevanz, sah ich zum ersten Mal einen Sinn in meinen Wirtschaftsstudien. Ich hatte ein Ziel vor Augen und nicht ausschließlich nur theoretische Konstrukte, die zwar das abstrakte Denken schulen, dafür aber wichtige soziale und psychologische Komponenten völlig außen vor lassen. Dieser Aha-Effekt war für mich persönlich äußerst wichtig, und ich war dankbar für diese Erfahrung.


Mitten im Busch: Eines der Hörsaalgebäude der University of Newcastle

Nach meiner Zeit in der Uni von Newcastle kann ich festhalten, dass ich die Zeit hier genossen habe. Die Hürde, dass Englisch nicht meine erste Sprache ist, habe ich schnell überwinden können - es war eigentlich nie ein Problem. Man kommt schnell in die Sprache, weil man muss und von allen Seiten mit Englisch konfrontiert ist. Das Studium war interessanter und arbeitsintensiver als zuhause in Frankfurt, auch wenn ich sagen muss, dass der Stoff an sich zu keinem Zeitpunkt richtig herausfordernd gewesen war. Die Uni Frankfurt stellt höhere Ansprüche an das Denkpotential eines Studenten. Das muss ich deutlich hervorheben. Hier in Newcastle kann man alles mit erhöhtem Arbeitspotential kompensieren. Die Frage, welche der beiden Lehrmodelle besser ist, ist schwer zu beantworten. Ich würde eine Kombination beider sehr begrüßen.

Am Schluss möchte ich aber noch sagen, dass ich meine Auslandsleistungen doch zum Teil in mein Studium einfließen lassen konnte (mit insgesamt 10 Kreditpunkten). Nach anfänglichem Hin- und Her war doch noch alles mit der Uni Frankfurt gut gelaufen.
Doch trotz einem kleinen Studiumszeitopfer von zwei Semestern (das australische Semester läuft nicht parallel zu den deutschen, so dass ich für ein Semester zwei zu Hause sausen lassen musste), glaube ich trotzdem an meinen Gewinn. Denn ich fühle mich um mindestens 50 Kreditpunkte internationaler Erfahrung reicher, die mir keiner am Ende mehr nehmen kann.

Es gibt noch vieles mehr zu berichten, als die wenigen Dinge, die ich hier aufgeführt habe. Wer gerne noch mehr über die University of Newcastle erfahren möchte, kann mir gerne eine E-Mail schreiben. Die Adresse gibt es hier.